Wissenswertes für Welpenkäufer

Zu

Entwicklung

 

Wachstum: Das Größenwachstum beim "normal" großen Chihuahua ist etwa mit 8 Monaten beendet. Das Haarwachstum bei langhaarigen Chihuahuas ist aber erst mit ca. 3 Jahren abgeschlossen. Mit 12 Wochen hat der Welpe ein pelziges Fell, welches der Chihuahua behält bis zum Fellwechsel zw. 5. und 8. Monat, dadurch das der Hund wächst (das Fell aber in der Zeit nicht) könnten sie in dieser Zeit auch weniger behaart wirken.

 

Zahnwechsel: Etwa um den 4. -6. Monat kommt der Hund in den Zahnwechsel, in dieser Zeit wird der Hund extrem Lust haben alles anzukauen, bevor er das an Ihren Möbeln macht geben sie ihm kleine Kauknochen aus Büffelhaut, Pansen oder Schweineohren zu kauen, das erleichtert ihm das Zahnen. Es könnte sein, dass der Junghund in der Zeit seine Ohren nicht mehr komplett aufstellt, sollte dies so passieren, können sie ihm in dieser Zeit Kalzium (Zoofachgeschäft)  geben.

Der Zahnwechsel sollte bis Ende 10. Lebensmonat abgeschlossen sein, sollten bis dahin nicht alle Milchzähne ausgefallen sein, müssen sie Rücksprache mit ihrem Tierarzt halten, um evtl. in Narkose diese zu entfernen. Warten sie nicht zu lange, sollten sie bemerken dass die Zähne 2-reihig wachsen  konsultieren sie ihren Tierarzt, bevor die Zahnreihe sich verschiebt und ein Fehlbiss entsteht.

 

Pubertät: Nach der Phase des Zahnens und des Fellwechsels kommt nun die nächste Phase – die Pflegelphase/ Pubertät, d.h. sollte Ihr treuer Begleiter auch bis zum heutigen Tag immer folgsam gewesen sein, kann dieses sich nun ändern. Man sollte in dieser Zeit nichts schleifen lassen und energisch das durchsetzen, was der Hund ja eigentlich schon konnte, selbst die Stubenreinheit könnte in dieser Zeit noch mal auf die Probe gestellt werden.

Konsequenz heißt das Zauberwort!

Etwa ab dem 8. Monat können sie bei Hündinnen die erste Läufigkeit erwarten!!! – lassen sie die Hündin in dieser Zeit niemals unbeaufsichtigt spielen oder ohne Leine im Park laufen. Rüden riechen ihre Hündin kilometerweit!

Eine Trächtigkeit in diesem jungen Alter ist unverantwortlich und kann unter Umständen tödlich ausgehen.

 

Ernährung

 

Futter: Da der Umzug in ein neues zu Hause für einen Hund schon eine fatale Umstellung bedeutet, sollten sie möglichst zuerst das Futter, das der Hund bei uns bekommen hat weiterfüttern. Sollten sie das Futter wechseln wollen, ist nach 1-2 Wochen Eingewöhnungszeit langsam an eine Umstellung an Ihr gewünschtes Futter zu denken. Im Zoofachgeschäft wie auch im Internet gibt es viele gute Produkte, beachtet werden sollte nur, dass viele Produkte einen zu niedrigen Eiweißanteil enthalten. Ein teurer Preis heißt nicht gleich gute Qualität. Empfehlen kann ich mehrere Marken, wie z.b. Platinum ausschl. im Internet zu bekommen, Wolfsblut, Orijen, Acana, Animonda, Rinti, Terra Canis, Real Nature (nur Fressnapf) usw.  .... ! Nur bitte nicht die bekannte Marke aus Werbung / Fernsehen (P……. ), es enthält viel zu wenig Fleisch, das Fleisch das enthalten ist, ist meistenteils von minderwertiger Qualität und es ist vollgestopft mit Zucker und Geschmacksverstärkern- die Hunde lieben es, aber gesund ist was anderes! Bitte auf den Nassfutterdosen vergleichen wie viel ein Hund gleichen Gewichts benötigt von jeder Dose, dann sieht man schon, wie viel Wasser beigemengt ist, bzw. wie nahrhaft es für einen Hund ist! Man sollte nie vergessen, der Hund ist ein Fleischfresser. Zu  einer ausgewogenen Ernährung gehören selbstverständlich auch Obst, Gemüse und Öl. Ein Anteil von 70% Fleisch sollte gegeben sein.

 

Fütterung: Nassfutter, wie auch Frischfleisch ( BARF)  sollten einem Welpen min.  3x täglich zu Verfügung gestellt werden, um eine Unterzuckerung zu vermeiden. Meine erwachsenen Hunde bekommen nur noch 1 x täglich ihr  Futter, durch das nicht ständige fressen vermindern wir auf natürliche Weise die Zahnsteinablagerungen.  Wir füttern zb morgens weil das gut in unsere Tagesplanung passt. Am Abend gibt es für die Hundis meistens noch ein "Leckerli" , auch hier legen wir höchsten Wert auf Qualität. Unsere Hunde bekommen nur natürliche Leckereien wie zb Schweine oder Kanninchenohren, Ochsenziemer, Straussensehne, Hühnerfilet oder -füsse (sind nicht schnell verschlungen und helfen zusätzlich den Zahnstein vorzubeugen).

Es müssen keine Kekse oder Zuckerbomben sein:)

Aber das wichtigste -achten sie bei einem Welpen immer darauf, dass der Zwerg auch genügend frisst!

 

"Barf": Über die Roh- Fütterung sollte man sich als Hundebesitzer evtl. noch mal genauer informieren da im rohen Fleisch/ Blut natürliche Vitamine enthalten sind, welche dem Trockenfutter nur künstlich zugesetzt werden können. Wir haben ausschliesslich gute Erfahrungen mit der Rohrfütterung. 

 

"Gassi": Die Fütterung sollte wenn möglich immer zur gleichen Zeit durchgeführt werden, so haben sie das Timing -Futter/ Gassi/ Schlafen schnell raus und haben somit schnellere Erfolge bei der Reinlichkeitserziehung. Gehen sie mit Ihrem Welpen regelmäßig ( ca. alle 2-3 Std.- vor allem nach dem Schlafen und nach dem Essen/ Trinken) raus zum Lösen, wenn er draußen sein „Geschäft“ macht, loben sie ihn. Spatziergänge sollten sie langsam steigern - Eine Faustregel sagt 5 Minuten pro Lebensmonat.  Natürlich sollten sie ihren Zwerg nicht 15 Minuten im Schnee sitzen lassen, wenn sie sehen, dass ihm unwohl ist brechen sie vorher den Spaziergang ab. Schnee muss ggf. im Winter geräumt werden damit ihr Schatz sich auch vernünftig lösen kann.  (Hundepfoten reagieren empfindlich auf Streusalze, wenn sie die Möglichkeit haben umgehen sie diese Wege und streuen sie zu Hause Sand oder ähnliches.)

 

Pflege

 

Fell: Der Chihuahua ist kein pflegeaufwändiger Hund, die langhaar Variante muss öfter gekämmt werden als die kurzhaarigen Chihuahuas, obwohl die Kurzhaarigen meistens auch nichts gegen ein wenig Fellpflege einzuwenden haben. Ich für mein Teil benutze im Sommer und zum Fellwechsel den „Furminator“ – er zieht das Unterfell raus ( im Winter bitte nicht sonst friert ihr Kleiner).

Ein Bad wird manchmal unausweichlich sein, spätestens wenn ihr Schatz sich in Sachen gewälzt hat, mit denen er sich unwiderstehlich duftend vorkommt (was das möchte ich hier nicht sagen, aber da werden sie garantiert hinter kommen und an meine Worte denken;)

Zum Baden sollten sie Hundeshampoo ( Spülung bei Langhaar) verwenden, kein Menschen oder Babyshampoo, denn der PH wert des Hundes ist anders als der vom Menschen. Im Winter die Trocknung mittels Fön auf handwarmer Stufe sonst erkältet sich ihr Süßer.

Viele Leute sind der Meinung ein Chihuahua braucht eine Jacke oder ähnliches, das ist eine Modeerscheinung.  Ziehen sie ihrem Hund eine Jacke an, wird er kein so starkes Winterfell bekommen wie seine Artgenossen, in dem Fall sind sie verpflichtet ihm dauerhaft den ganzen Winter nur mit Jacke auszuführen, sonst holt er sich mit seinen weniger ausgebildetem Fell schnell eine Erkältung. (Bitte beachten- Im Sommer bei Temperaturen um die  30° gönnen sie ihrem Zwerg ruhig eine Erfrischung damit er keinen Sonnenstich bekommt!)

 

Gesundheit

 

Zähne: Zwergrassen wie der Chihuahua neigen im steigenden Alter zu Zahnstein, um die Zahnsteinbildung zu minimieren geben sie ihrem Hund regelmäßig Kauknochen, Schweineohren etc. und lassen sie die Zähne regelmäßig von ihrem Tierarzt kontrollieren. Eine Art der Prophylaxe ist es dem Hund die Zähne zu putzen, dieses sollte aber von Welpenalter an geübt werden. Ich entferne meinen Hunden z.b. selber den Zahnstein (alle 6 Monate), sie sind es von klein auf gewohnt, dass ich ihnen ins Maul gehe und den Zahnstein entferne. Entfernt man den Zahnstein nicht, entzündet sich das Zahnfleisch und es entsteht sehr schnell eine Paradontitis (genau wie beim Menschen). Dann kann es schnell passieren, dass ihr Kleiner schon mit 2/3 Jahren sein erstens Zähnchen wieder verliert! Darum immer an die Zähne denken – vor allem unsere Zwergrassen sind von Zahnstein besonders betroffen!!!!

 

Krallen: Die Krallen des Hundes sollten ab und an mit einer Krallenschere gekürzt werden, evtl. lassen sie es sich beim ersten mal von ihrem Tierarzt zeigen.

 

Ohren: Zur Pflege der Ohren gibt es beim Chihuahua nicht viel zu sagen, evtl. bei starker Verschmutzung mit feuchtem Lappen säubern. Sollte der Hund sich des öfteren an den Ohren kratzen, den Kopf schütteln und im inneren Ohr sind krümelige Verklebungen zu sehen, könnte es sich um Ohrmilben handeln- bitte einen Tierarzt draufgucken lassen!

 

Analdrüsen: Das letzte Körperteil zu dem ich noch was sagen möchte sind die Analdrüsen im Hinterteil des Hundes. Sie bilden ein Sekret was normalerweise automatisch mit entleert wird beim täglichen „Geschäft“. Sollte ihr Hund des öfteren mit den Hinterteil über den Boden rutschen, stellen sie ihn bitte beim Tierarzt vor, denn für den Hund sind verstopfte Analdrüsen überaus unangenehm. Der Tierarzt kann mit geübten Griffen die Analdrüsen manuell entleeren.

 

Entwurmen: Wenn sie Ihren Welpen abgeholt haben ist er bis dahin schon mehrere Male entwurmt worden. Die nächste Wurmkur sollte nach der Abholung, am besten eine Woche vor der Nachimpfung  erfolgen. Die darauf folgen Wurmkuren werden im vierteljährlichen Rhythmus empfohlen. Ich empfehle aber, bevor man den Hund überflüssiger Chemiekeulen aussetzt, den Kot beim Tierarzt untersuchen zu lassen, ob überhaupt eine Entwurmung notwendig ist- evtl. hat ihr Hund ja gar keine Würmer? Sollte eine Wurmart festgestellt werden, kann man in dem Falle immer noch gezielt gegen den festgestellten Wurm behandeln.

Wurmkuren wirken nie vorbeugend- sie töten immer nur den Wurm, der in dem Moment im Hund ist, d.h. geben sie heute eine Wurmkur, kann ihr Hund sich morgen wieder Würmer zuziehen. Sollten sie doch vorbeugend entwurmen, verwenden sie bitte immer unterschiedliche Präparate damit sich ähnl. wie bei Antibiotika keine Resistenzen bilden können.

 

Knie: Wir als Züchter tun unser Bestes mit der Selektion der Zuchthunde von erblich bedingter Patellaluxation ( Verlagerung der Kniescheibe aus ihrer Gleitrinne). Leider ist es damit nicht ganz getan, denn eine Patellaluxation kann auch zugezogen werden, diese entsteht durch einen Bruch, eine Verrenkung, durch Mangelbewegung oder aber auch durch Überbelastung der Gelenke. Um dieses zu vermeiden überanspruchen sie Ihren Hund nicht, übermäßiges Treppen laufen, wie auch „aufs oder vom“ Sofa/ Bett springen ist dringends zu vermeiden. Im Handel kann man Hundetreppen erwerben, zu Not tut es auch ein rutschfester mit Teppich bezogener Hocker. Ernährungsbedingte Unterstützung bieten sie Ihrem Schatz z.B. mit der Fütterung von Grünlippmuschel. Wir geben unseren Hundis gerne noch zusätzlich Kollage- Hydrolysat unters Futter zur Stärkung des Knorpels.

 

 

Impfen: Zumindest die erste Impfung sollte Ihr Welpe schon bekommen haben bevor er überhaupt bei ihnen einzieht. Damit aber die Grundimmunisierung voll gegeben ist muss die Nachimpfung 4 Wochen nach der Erstimpfung erfolgen ( Datum im Impfausweis) (Entwurmung 7 Tage vor der Nachimpfung nicht vergessen, damit die Nachimpfung richtig greift)

Planen sie an dem Tag der Impfung keine Weltreise, Impfreaktionen wie Übelkeit, Erbrechen, Abgeschlagenheit sind nach einer Impfung gang und gebe.  Lassen sie Ihren Zwerg an dem Tag der Nachimpfung ausruhen wenn ihm danach ist. An der Einstichstelle könnte sich auch eine kleine Beule bilden, seitens der Impfmittelhersteller ist dieses ganz normal, seien sie nur vorsichtig ihr Hund kann an der Stelle sehr empfindlich reagieren.

Die Tollwutimpfung sollte in jedem Falle gesondert, sprich NICHT an dem Tag der Nachimpfung, sondern ca. 4 Wochen später gegeben werden. Falls sie mit Ihrem neuen Schatz ins Ausland reisen wollen bedenken sie, dass die Tollwutimpfung PFLICHT ist (Impfung min.3 Wochen vor Auslandsreise – je nach Impfstoff unterschiedlich.)

Da die Tollwutimpfung unter Verdacht steht sich negativ auf das Zahnwachstum auszuwirken, hört man immer wieder, dass Hunde erst nach ihrem Zahnwechsel gegen Tollwut geimpft werden – wie sie das Handhaben ist ihnen überlassen … ggf sollten sie sich im Internet über Vor- und Nachteile informieren und dann entscheiden, wie sie es handhaben möchten.   

Bei Ausstellungshunden besteht Tollwutimpfungspflicht!

 

 

Allgemeines

 

Rückwärtsniesen: Aufgrund vieler besorgter Chihuahua Neubesitzer, wollte ich mein Schlusswort dem Rückwartsniesen widmen. Sollte ihr Chihuahua sich eines Tages komisch breitbeinig, verkrampft hinstellen und räuspernde, Schluck auf bzw. -asthmaähnliche Geräusche machen, als wenn er sich verschluckt hat, dann machen sie sich keine Sorgen. Viele Chihuahuas haben diese Angewohnheit, es nennt sich „Rückwärtsniesen“, dieses kann mehrmals kurz hintereinander an einem Tag auftreten, oder nur alle paar Wochen ein paar Minuten lang. Manche Hunde machen es wenn sie sich entspannen, manche wenn sie aufgeregt sind. Evtl. gucken sie sich vorsorglich schon mal im Internet ein paar der Videos der rückwärtsniesenden Chihuahuas an, damit sie im Falle eines Falles Ruhe bewahren können und nicht wie viele, mit dem Hund in der Notaufnahme auftauchen und lautes Gelächter ernten.

 

 

Wir wünschen Ihnen viel Spaß mit Ihrem neuen Freund   

 

Jessica Runge und die Raw Diamonds

 

 

Nachtrag

 

Vergiftung: Traurig das ich dieses Thema überhaupt mit aufgreifen muss, aber leider häufen sich in letzter Zeit die Meldungen das Giftköder ausgelegt wurden. Im Falle einer Vergiftung ist schnelle Hilfe gefragt.

 

Häufige Symptome einer Vergiftung beim Hund sind:

  • Starker Speichelfluss bis hin zum Schäumen
  • Bauchschmerzen
  • Durchfall und/oder Erbrechen
  • Unklare Blutungen im Erbrochenen, im Kot oder im Urin
  • Fieber
  • Starke Aufregung oder Teilnahmslosigkeit
  • Herzkreislaufbeschwerden
  • Atemprobleme bis hin zur Atemnot

 

Sollte Ihr Hund etwas Falsches gefressen haben und sich dann eines oder mehrere der  Anzeichen bemerkbar machen, sollten Sie dringend einen Tierarzt konsultieren.

 

 

 

 

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© Jessica Runge